Mit 8 Siegen und 16 Niederlagen beenden die CATL Basketball Löwen die Saison 2025/2026 auf dem 12. Tabellenplatz der BARMER 2. Basketball Bundesliga ProB. Damit verpasst die junge Mannschaft von Trainer Florian Gut den Einzug in die Playoffs deutlich und darf sich nur über das Erreichen des Klassenerhalts als Minimalziel freuen.
Entsprechend kritisch fällt das Fazit des Löwen-Trainers aus: „Unser Ziel war die erneute Qualifikation für die Playoffs und meine persönliche Zielsetzung war, den Spielern über den Saisonverlauf die notwendige Erfahrung und Wettkampfhärte zu vermitteln, um sich auch in etwaigen Entscheidungsspielen gegen aggressive Verteidigung und unter steigendem Druck durchsetzen zu können. Dies ist mir leider nicht gelungen. Wir erarbeiteten uns zwar einzelne positive Entwicklungen, schafften es jedoch nicht, diese konsequent in unserer Spielweise zu verankern. Insgesamt fehlte uns über den Saisonverlauf die notwendige Konstanz. Rückblickend muss ich auch einräumen, dass meine Kaderplanung mit insgesamt 12 Spielern und nur vier erwachsenen Stammspielern oftmals zu personellen Engpässen führte. An dieser Stelle möchte ich ein ausdrückliches Lob an unsere Spieler aussprechen, die mit den vielen unterschiedlichen Trainingswochen und Spielaufstellungen gut umgegangen sind und eine hohe Offenheit für neue Rollen zeigten. Besonders unser Mannschaftskapitän Paul Albrecht und unser junger Spielmacher Musa Abra standen über den gesamten Saisonverlauf außergewöhnlich lang auf dem Spielfeld und haben unsere Mannschaft unter höchster eigener Belastung gut angeführt. Ein wichtiger Faktor war dabei auch die starke Unterstützung durch unseren medizinischen Stab unter der Leitung von Dr. Gerald Lutz und Constanze Sakriß sowie durch das Therapeutenteam von Torsten Rocktäschel für die Physio- und Trainingstherapie.“
In der Saison zeigte sich der 32-jährige Paul Albrecht als Marathonmann des Teams, der alle 24 Partien auflief und durchschnittlich über 30 Minuten spielte. Zudem machte der Allrounder seinem Spitznamen „Mr. Double-Double“ mit 13,4 Punkten und 11,2 Rebounds pro Spiel alle Ehre. Ein besonderer Höhepunkt gelang Albrecht beim spannenden Auswärtsspiel in Leitershofen, als er in den letzten Sekunden der Verlängerung einen spektakulären Korb mit der linken Hand zum Sieg versenkte.
Das 19-jährige Löwen-Eigengewächs Musa Abra stellte seine starke Entwicklung als Spielmacher unter Beweis und war mit 324 Punkten in 19 Einsätzen (durchschnittlich 17,1 Punkte) zudem der erfolgreichste Scorer der Mannschaft. Der Jugendnationalspieler übernahm offensiv wie defensiv viel Verantwortung und spielte im Schnitt über 32 Minuten. Mit seiner sportlichen wie persönlichen Entwicklung wurde er im Saisonverlauf zum Vorbild für die zahlreichen Kinder und Jugendlichen im Nachwuchsbereich.
Mit Luca Förster, Jeremie Fotso-Sighom (Heimatverein BiG Gotha), Léonar Fliege und Luke Kiraly (Heimatverein BC Erfurt) standen vier aktuelle U19-Bundesligaspieler im Profikader der CATL Basketball Löwen und sammelten reichlich Spielzeit. Gemeinsam mit dem 21-jährigen Friedrich Radefeld (Heimatverein USV Erfurt) und Spielmacher Musa Abra (Heimatverein BC Erfurt) bestand die Mannschaft zur Hälfte aus Jugendspielern aus dem regionalen Nachwuchsprogramm.
Der 16-jährige Oliver Jentzsch kam die Saison aufgrund einer langwierigen Verletzung nicht zum Einsatz und befindet sich noch im Rehatraining. Ebenso konzentrierte sich der Erfurter Routinier Tobias Bode auf seine Rolle als Mannschaftskapitän der Gothaer Regionalligamannschaft und hatte in dieser Saison, anders als im letzten Jahr, keine Aushilfseinsätze im Profiteam.
Der 21-jährige Samuel Nellessen, der vor drei Jahren aus der U19-Bundesliga des erfolgreichen Basketball-Standorts Bonn/Rhöndorf nach Erfurt kam, konnte seine Spielzeit von 16 Minuten in der letzten Saison auf über 27 Minuten pro Partie deutlich steigern. Der 20-jährige Göttinger Jasper Brand bekam in seiner zweiten Löwen-Saison durchschnittlich über 16 Minuten Spielzeit und verdreifachte damit seine Einsatzzeit im Vergleich zum Vorjahr.
Mit seinen 27 Jahren gehörte Noah Kamdem in der zurückliegenden Saison bereits zu den erfahrenen Akteuren des Löwen-Teams und sorgte für Power unter den Körben. Neben 13,8 Punkte sammelte er starke 8,6 Rebounds pro Partie und stellte damit in seiner fünften Saison im Löwen-Trikot seinen Karriere-Bestwert als Rebounder auf.
Mit dem US-Amerikaner Mike Mitchell (23 Jahre) verpflichteten die Erfurter wenige Wochen nach Saisonbeginn einen gefährlichen Distanzschützen (20,1 Punkte im Schnitt und mit einer Dreierquote von 37%). Ab Ende Januar verstärkte zudem der 29-jährige Kroate Ivan Kucan die junge Mannschaft. Der vielseitige Flügelspieler avancierte in den letzten neun Saisonspielen mit 16,3 Punkten zu einem wichtigen Scorer.
Unter der Leitung der Löwen-Jugendtrainer Kemal Velishaev und Wilhelm Sonnenberg entwickelten sich die jungen Spieler auch in der Regionalligamannschaft des Gothaer Partnervereins und konnten erfolgreich den Klassenerhalt sichern. Dem U19-Bundesligateam der Löwen gelang ebenfalls frühzeitig der Klassenerhalt. Dementsprechend verfügt der Verein auch in der nächsten Saison über die guten Rahmenbedingungen, dass die jungen Spieler parallel in der U19-Bundesliga, in der Herren-Regionalliga und in der BARMER 2. Basketball Bundesliga ProB Erfahrungen sammeln können.
Florian Gut, neben seiner interimsmäßigen Tätigkeit als Trainer der Profimannschaft in seiner primären Rolle als Sportlicher Leiter für die Gesamtentwicklung des Vereins verantwortlich, erklärt die Pläne für die nächsten Wochen: „Unsere Spieler haben erstmal eine mehrwöchige Pause. Parallel werte ich mit unserem Vereinsvorstand und dem Gesellschafterkreis die zurückliegende Saison aus. Dabei ist wichtig, dass wir in der Analyse sehr selbstkritisch unsere hohen Ambitionen und das Abschneiden der Saison gegenüberstellen. Wir werden sicherlich einige Veränderungen diskutieren, um uns sportlich wie strukturell zu verstärken. Zudem steht in den nächsten Monaten ein zentraler Meilenstein für unsere langfristige Entwicklung an: die Generalsanierung des LÖWENPARK wird am Ende des Jahres 2026 abgeschlossen sein. Damit bekommt unser Verein eine eigene Heimat am Erfurter Südpark und wir können unsere Nachwuchsförderung und die Trainingsarbeit der Profimannschaft noch weiter vernetzen. Aufbauend auf unsere soziale Sportidee sind in der Sporthalle von montags bis freitags täglich mehrere Stunden offene Zeitfenster mit dem bewährten pädagogischen BasKIDball-Konzept für Kinder und Jugendliche geplant. Dadurch wird der LÖWENPARK ein attraktiver, offener Begegnungsort, der junge Menschen zusammenbringt.“


