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„Wir befinden uns als Mannschaft in einem spannenden Entwicklungsprozess“ – Teil 1 unseres aktuellen Gesprächs mit Löwen Trainer Florian Gut

Hallo Florian, nachdem unsere Mannschaft eine gute Saisonvorbereitung spielte, verlief der bisherige Saisonstart mit drei Niederlagen aus den ersten drei Spielen und dem ersten Sieg am vergangenen Wochenende in Gießen eher durchwachsen. Wie siehst du das als Trainer?

„Das sehe ich genauso. Schließlich haben wir sowohl in unserem ersten Spiel zuhause gegen Ulm nicht unsere eigenen Erwartungen erfüllt, sowie in unserem zweiten Heimspiel gegen Oberhaching sehr schwach gespielt. Etwas anders bewerte ich unser erstes Auswärtsspiel in Speyer. Hier haben wir zwar ebenfalls nicht unser bestes Spiel gemacht, jedoch gegen eine starke Mannschaft gut mitgehalten. Das Spiel in Gießen war jetzt sicherlich wichtig für unser Selbstvertrauen, da wir über eine lange Zeit unsere eigene Spielweise gut durchsetzen konnten und viele Spielsituationen erfolgreich gelöst haben. Besonders unsere Fullcourt-Verteidigung, unser Rebounding, unser Fastbreak-Spiel, sowie unsere Raumaufteilung und die daraus entstehenden Offensiv-Aktionen waren deutlich besser als in den vorherigen Spielen. Das zeigt mir, dass wir in den letzten Wochen, trotz der Rückschläge, als Mannschaft gewachsen sind und zunehmend mehr gemeinsames Verständnis für unser Zusammenspiel entwickeln. Insofern befinden wir uns als Mannschaft in einem spannenden Entwicklungsprozess, dürfen uns von Rückschlägen wie dem Oberhaching Spiel nicht entmutigen lassen und müssen uns jeden Schritt hart erarbeiten “

 Unsere Mannschaft ist in dieser Saison nochmals jünger aufgestellt. Gleichzeitig betonen die Verantwortlichen um Wolfgang Heyder und dich, dass sich die Löwen nach der gelungenen ersten Saison in der 2. Basketball Bundesliga ProB nicht nur organisatorisch und wirtschaftlich weiter entwickeln wollen, sondern auch sportlich noch ambitioniertere Zielsetzungen verfolgen.  Wie lässt sich das alles schaffen?

„Bereits bei unserer Gründung als neuer Klub vor ca. 16 Monaten haben wir uns als Gesellschafter sehr klar positioniert und auch öffentlich über unsere kurz- und mittelfristigen Ziele gesprochen. Dazu gehörte, eine Mannschaft aufzubauen, die sich kontinuierlich entwickelt und innerhalb von drei Jahren in die ProA aufsteigt. Natürlich bedeutet dies auch, dass wir uns als Klub ebenso schnell organisatorisch und wirtschaftlich entwickeln müssen, um dann auch für den Aufstieg bereit zu sein. Dafür haben wir bereits in den ersten Monaten viel investiert, um von Anfang an möglichst professionelle Rahmenbedingungen zu schaffen und die Auflagen der Bundesliga nicht nur für die ProB, sondern eben auch bereits für die ProA zu erfüllen. Dies ist uns nur aus drei Gründen bereits in der Kürze der Zeit überhaupt gelungen.

Erstens aufgrund der überwältigenden Hilfe vieler ehrenamtlicher Helfer, die uns jedes Wochenende mit viel Engagement unterstützen und damit unsere Heimspiele auf ein tolles Niveau heben. Zweitens aufgrund des hohen Vertrauens unserer Partner und Sponsoren, die an unsere sportliche Idee glauben, sich hier in der Region wirtschaftlich vernetzen und gesellschaftlich engagieren wollen, sowie die vielseitigen Chancen sehen, die unser Projekt für Erfurt mit sich bringt. Drittens war natürlich das hohe Zuschauerinteresse und die schnell gewachsene Fan-Basis ein wesentlicher Erfolgsfaktor, der uns in dieser Dimension auch selbst überrascht hat und eindrucksvoll das Potential unserer Sportart, sowie unserer Ausrichtung, auf die Entwicklung junger Spieler zu setzen, nochmals besonders unterstreicht.

Klar ist für uns jedoch auch, dass wir bei allen Ambitionen unseren inhaltlichen Überzeugungen treu bleiben werden. Und das bedeutet, dass wir uns organisatorisch und wirtschaftlich nachhaltig entwickeln und in jedem Sinne seriös arbeiten wollen. Sicherlich ist bei uns, ähnlich wie vermutlich in einigen jungen Start-Up-Unternehmen noch vieles improvisiert und wir müssen stetig daran arbeiten, uns zu verbessern.  Gleichzeitig müssen wir jedoch auch von Beginn an klare Linien einziehen, dürfen keine Angst vor Konflikten haben und müssen in wichtigen Fragen konsequente Entscheidungen treffen.

Das gilt natürlich auch für den sportlichen Bereich.  Aus diesem Grund haben wir uns sehr bewusst entschieden, mit dieser zugegebenermaßen sehr jungen Mannschaft zu starten. Unser ältester Guard ist 21 Jahre alt und geht in seine erste Saison als Führungsspieler auf diesem sportlichen Niveau. Unsere Mannschaft hat, trotz unseres 38 -jährigen Profis, einen Altersdurchschnitt von unter 22 Jahren. Unser jüngster Spieler ist gerade erst 15 und durfte in der letzten Saison erstmals einige Einsätze in der 2. Regionalliga sammeln. Sechs Spieler unseres 13-Mann-Kaders sind Eigengewächse aus der Region, wobei bis auf Robert Franklin, Alhassan Barrie und Jonathan Arnold alle anderen zehn Spieler bereits als U20-Nachwuchsakteure innerhalb der letzten zwei Jahre nach Thüringen kamen. Wir wollen unsere sportlichen Erfolge durch die individuelle Entwicklung unserer Spieler und den langfristigen Reifeprozess unserer Mannschaft erarbeiten – getreu dem Motto, dass unsere größten Verstärkungen im Sommer nicht über die Steigerung des Spielerbudgets, sondern die intensive Trainingsarbeit mit den jungen Athleten erfolgen soll. Dieser Weg kostet sicherlich viel Kraft, fordert ein hohes Maß an Geduld wie Vertrauen und bringt natürlich auch die Gefahr von Rückschlägen mit sich. Gleichwohl sind wir überzeugt, dass dieser Ansatz langfristig nachhaltiger ist und besonders für unsere Region höhere Erfolgschancen mit sich bringt.

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